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Frightentastic

Jahre vor der "Herr der Ringe" - Trilogie, mit der Peter Jackson, ähnlich wie Herkules, in den Olymp der Regieschwergewichte einzog, begeisterte er Genrefans mit kleinen Perlen des Funsplatters. Nach seinem Erstling "Bad Taste", den er mit niedrigsten Budget auf die Beine stellte, zeigte er schließlich 1992 mit dem Machwerk "Braindead" seine wahre Größe. Parallelen lassen sich auch zum Regisseur Sam Raimi finden, der sich mit der "Evil Dead"- Reihe erste Lorbeeren einheimste, um schlißelich mit der Spiderman- Trilogie so richtig auf die Kacke zu hauen. Sicherlich spielt Spiderman nicht in der Klasse eines Herr der Ringe, dennoch begangen beide Karrieren im Horror-, bzw. Funhorrorgenre. Nach einem Ausflug ins dramatische Fach (Heavenly Creatures, 1994) begab sich Jackson 1996 mit der Horrorkomödie "The Frighteners" wieder back to the roots.

Nach einem schweren Autounfall, bei dem er seine Frau verlor, erlangt der ehemalige Architekt Frank Bannister (Michael J. Fox) die Fähigkeiten, Geister zu sehen und mit ihnen kommunizieren zu können. Diesen Umstand nutzt er, um sich ein paar Dollar extra zu verdienen, indem er die friedliebenden Geister in fremden Häusern spucken lässt und sie daraufhin gegen ein angebrachtes Entgelt wieder  "professionell", mit Hilfe eines Toasters, austreibt. Franks Geschäft läuft solange gut, bis ein richtiger Dämon damit beginnt, sein Unwesen zu treiben.

Vor langer Zeit sah ich das letzte Mal einen Geisterfilm, der mich wirklich überzeugte. Neben den herausragenden "Ghostbusters"- Filmen,kann ich mich spontan, neben Caspar vll, an keinen wirklich überzeugenden Geisterfilm erinnern. Meist sind entweder peinliche Männchen mit Bettlaken über dem Kopf, die ich mit Geistern assoziiere. Jacksons Geister hingegen sehen aus, wie ein jeder von uns, mit dem Unterschied dass ein cooler Blauer Filter auf ihnen liegt. Vielleicht mag dies nicht die kreativste und erschreckendste Lösung für einen Geist sein, jedoch ist es wohl die logischste, da ich mir nich vorstellen kann, dass wir und nach dem Tod plötzlich in kleine grüne Fleischklumpen verwandeln. Nichtsdestotrotz hat die Computereffektabteilung hervorragende Arbeit bei dem Design des bösen Dämonen geleistet. Sein Auftritt als Diener der Hölle, der anfangs nur als Silhoutte unter Tapeten und Bodendielen zu sehen ist, wirkt im altmodischen Szenario perfekt am Platz. Mit gigantischer Sense macht er Jagd auf seine Opfer, kaum einer scheint sich ihm in den Weg stellen zu können. Das komplette Gegenteil bilden die freundlichen Geister, die Michael J. Fox auf seiner Jagd nach dem Dämon tatkräftig helfen. Neben dem Schwarzen aus den 70ern, der scheinbar auf dem Discoklo gestorben ist, gibt es noch den Nerd und als Highlight den alten Cowboy, der langsam selbst als Geist zu verfaulen droht. Auf das Konto dieser drei gehen die meisten Gags im Film.

Dass "The Frighteners" an der Kinokasse derbe baden ging, liegt sicherlich nicht an der Qualität des Films. Einzig ein starker Kontrast zwischen Horror und Comedy, könnte die Erklärung dafür sein. Neben seinen ulkigen und witzigen Momenten schafft es Jackson gekonnt Spannung aufzubauen und den Zuschauer mitfiebern zu lassen. Außerdem geizt der Film für eine Komödie nicht gerade mit Gewalt. Doch genau diese Dualität wird dem Film meiner Meinung zum Verhängnis. Hätte Jackson sich auf ein Element beschränkt, oder dies mehr in den Vordergrund gestellt, hätten sich die Kinosäele wahrscheinlich deutlich besser gefüllt. Gerade dieser Zwittercharakter, der meiner Meinung nach perfekt passt, lässt sowohl Comedy, als auch Horrorfans skeptisch auf das Machwerk blicken. Wo die einen sich vor Angst ins Höschen machen, lässt die andern der Comedyanteil kalt, da sie doch Horror in Reinsform sehen wollen.

Michael J. Fox liefert in seinem letzten großen Hollywoodfilm eine klasse Performance, das eigentliche Highlight ist jedoch Jeffrey Combs in der Rolle des durchgeknallten Polizisten Milton Dammers. Im Grunde verkörpert er eine Charikatur und keinen Menschen, jedoch fand ich seine Auftritte so skurril, lustig und bekloppt, dass ich ihn nur lieben kann.

Mit seinem letzten Spielfilm vor seinem endgültigen Durchbruch, erschuf Peter Jackson zwar kein weiteres Braindead, aber dennoch eine launige und zugleich spannende Horrorkomödie, die neben tollen Schauwerten auch noch eine unterhaltsame Story bietet, wobei der Schlusstwist nur zum teil überzeugen kann. Wer sich auf spassiges, nicht immer ernst gemeintes Genrekino einstellt und ein faible für Geistergeschichten hat, ist sicherlich sehr gut mit "The Frighteners" beraten.

29.10.09 19:36
 


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