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GAMER

Was macht der feine Herr Regisseur, nachdem er mit seinem Erstling und der Fortsetzung unter Actionfans für Furore und Aufsehen gesorgt hat? Man nehme ein höheres Budget, engagiere neue Stars und entfache mit demselben haarstreubenden Opktikoverkill ein neues Action- Feuerwerk. So geschehen bei den Cranken Regiefüchsen Neveldine/Tailor, die sich mit der Crank-Reihe und der zugehörigen maßlos überdrehten Optik einen Namen im Genre machen konnten. Für ihren neuen Actioner "Gamer" schalten die beiden nach dem haarstreubenden Crank 2 zwar einen halben Gang zurück, verlassen sich jedoch teils wieder nur auf ihre extravagante Optik und verpassen es so neben optischen Highlights auch noch eine spannende Geschichte zu erzählen.

In der Zukunft treten zum Tode verurteilte Häftlinge im Spiel Slayer gegeneinander an. Mithilfe von, im Gehirn eingepflanzten Nanobots, werden die Slayer von menschlichen Spielern gesteuert. Kable (Gerard Butler) ist der große Star am Slayer-Horizont, der den Rekord von 27 erfolgreichen Spielen ohne Tod aufstellt. Nurnoch drei Spiele fehlen ihm zu seiner Entlassung. Multimilliardär Castle (Michael C. Hall), Erfinder von Slayer und Society, einer Welt, in der gemietete echte Menschen gespielt werden können, will mit allen Mitteln Kables Lauf stoppen.

Genau wie seine Quasi-Vorgänger dominiert in Gamer erneut die ultrahektische Handkamera. Schnelle Schnitte, wacklige Verfolgungen des Protagonisten, viele Close-Ups und weitere Spielereien wie kurze 8-Bit-Grafik-Einblendungen dominieren das Bild zu jeder Zeit. Passte dieser Stil in Crank noch wie die Faust aufs Auge, da Chev Chelios nur auf der Suche nach dem nächsten Adrenalinkick von einer Schwierigkeit in die nächste stolperte, wirkt sie hier mitunter deplaziert. Selbst in den Action-Szenen, die maßgeblich von dieser Optik untermalt werden, geht aufgrund des ausufernden Einsatzes der Shaky-Cam und dem sehr schnellen Schnitt mitunter die Übersicht flöten. Sicherlich schaffen es die Regisseure auch ein gewissen mittendrin-Gefühl zu erzeugen, weniger wäre schlussendlich in den Actionsequenzen mehr gewesen. Ganz anders schaut es mit der Optik der Society aus. Bunte Farben, schräge Kostüme, tolle Beleuchtung und klasse Kameraführung zeichnen die Szenen in real/virtuellen Welt aus. Nichtsdestotrotz sind die Actionszenen sehr gut inszeniert, sie bieten neben coolen Zeitlupenaufnahmen einen hohen Blutzoll und lassen es schön krachen.

Im Gegensatz hierzu fällt die Story nunmal deutlich ab. Ist die Idee hinter der Geschichte und Welt von Gamer eigentlich eine recht interessante, fehlt es der Handlung jedoch an Dynamik und Überraschungen. Die Fronten sind von vornherein geklärt, das Ende ist so absehbar, wie in jeder Liebeskomödie (außer "500 Days of Summer" - Filmtipp btw). Storybedingte Spannung kommt praktisch nie auf, optische Reizüberflutung hin oder her.

Trotzdem sind die Darsteller zu loben, die aus ihren eindimensionalen Charakteren, deren Tiefe ungefähr der eines Pfannkuchen entspricht, da sie es schaffen das Beste aus diesen herauszuholen. Besonders die Performance von Michael C. Hall (Dexter-Hauptdarsteller), der zwischen Genie und Wahnsinn schwankt und praktische jede Szene mit seiner Präsenz und seinem Spiel förmlich an sich reißt, ist herausragend. Doch auch Butler, selbstverständlich unterfordert mit seiner plakativen Rolle weiß zu gefallen und schafft es allein durch seine physische Präsenz zu überzeugen. Genau wie damals als Leonidas weiß er auch als Kable stets zu überzeugen. Bis auf die Rolle von Kables Frau, haben die üblichen Nebendarsteller nichts, bis fast nichts zu tun und dienen eher als Stichwortgeber, um die Story weiterzuführen. Ein echtes Profil kann keiner von ihnen entwickeln.

Den beiden Regisseuren ist mit Gamer nicht erneut ein weiterer großer Wurf gelungen. Die teils hervoragend inszenierte Action überzeugt zwar und schafft es auch teilweise die Story zu übertünchen; jedoch verhindert die unausgegorene und vorhersehbare Geschichte mit den zugehörigen Logiklöchern (wie kann ein fetter Jeep mit vll einem halben Liter Sprit ein Todesrennen gegen 2 lastwagen gewinnen? Der frisst den halben Liter allein nach 10 Metern!), dass Gamer das Zeug zum Action-Highlight hat. Nichtsdestotrotz ein kurzweiliger, schön anzuschauender Actioner. Könnts euch ficken!

 

6,5/10

 

 

6.2.10 20:07
 


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